Fachgebiete
Unfallanalyse und Rekonstruktion von Straßenverkehrsunfällen
Ich erstelle unfallanalytische Gutachten zur Aufklärung von Straßenverkehrsunfällen auf der Grundlage anerkannter naturwissenschaftlicher und technischer Methoden, nachvollziehbar dokumentiert und ausgerichtet an den rechtlichen Anforderungen der gerichtlichen Beweisführung.
Wozu Unfallrekonstruktion in streitigen Verfahren beiträgt
In komplexen oder widersprüchlichen Sachverhalten kann eine Unfallrekonstruktion entscheidende Punkte objektivieren, z. B. Kollisionskonstellation, Geschwindigkeiten, Sicht-/Reaktionsmöglichkeiten, Fahrmanöver und technische Einflussfaktoren. Das Gutachten unterstützt dadurch die Einordnung von Verantwortungsbeiträgen, die Bewertung alternativer Sachverhaltsdarstellungen und die technisch nachvollziehbare Darstellung gegenüber Gericht und Parteien.
Die Tätigkeit entspricht dem Sachgebiet „Straßenverkehrsunfälle“ gemäß den fachlichen Bestellungsvoraussetzungen der Industrie- und Handelskammern sowie den Kompetenzanforderungen der VDI-Richtlinienreihe VDI-MT 5900 (insbesondere Blatt 3 – Unfallanalyse).
Gegenstand der Unfallanalyse
- Rekonstruktion des Unfallablaufs
- Ermittlung unfallursächlicher Faktoren
- Analyse von Kollisionsabläufen
- Bestimmung von Geschwindigkeiten
- Vermeidbarkeits- und Alternativszenarien
- Sicht- und Wahrnehmbarkeitsuntersuchungen
- Kompatibilitätsanalysen
- Untersuchung technischer Mängel mit Unfallkausalität
Methodische Grundlagen der Unfallrekonstruktion
Die Rekonstruktion erfolgt auf Basis:
- klassischer physikalischer Bewegungs- und Energieansätze
- Spurenanalyse (Brems-, Blockier-, Schleuder-, Abrieb- und Deformationsspuren)
- Auswertung polizeilicher und gerichtlicher Akten
- fotogrammetrischer Verfahren
- technischer Fahrzeuguntersuchungen
- Vergleich mit Versuchsdaten und Fachliteratur
Die angewandten Methoden entsprechen den in der VDI-MT 5900 Blatt 3 (Unfallanalyse) beschriebenen Kompetenz- und Tätigkeitsfeldern, insbesondere:
- Bewegungsverhalten von Verkehrsteilnehmern
- unfallrelevante elektronische Daten
- technische Fahrzeuguntersuchung
- systematische Unfallanalyse
Alle Annahmen werden offengelegt, Unsicherheiten benannt und rechnerische Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert.
Vermeidbarkeits- und Geschwindigkeitsanalysen
Ein wesentlicher Bestandteil meiner Tätigkeit ist die Vermeidbarkeitsbetrachtung unter realistischen Randbedingungen.
- Reaktions- und Wahrnehmungszeiten
- verfügbare Brems- und Ausweichräume
- fahrdynamische Grenzen der beteiligten Fahrzeuge
- alternative Handlungsoptionen der Verkehrsteilnehmer
Diese Analysen entsprechen den Anforderungen an hochwertige Arbeitsproben im Sachgebiet Straßenverkehrsunfälle, wie sie von den Bestellungsbehörden gefordert werden (z. B. Kreuzungsunfälle, Dunkelheitsunfälle, Gegenverkehrsunfälle, Unfälle mit Fußgängern, Radfahrern, Motorrädern oder Lkw).
Auswertung unfallrelevanter elektronischer Fahrzeugdaten (EDR / ECU)
Ich werte unfallrelevante elektronische Fahrzeugdaten aus, insbesondere:
- Event Data Recorder (EDR)
- fahrzeugspezifische Steuergeräteinformationen
- Daten aus Fahrtenschreibern / EG-Kontrollgeräten
Die Auswertung erfolgt unter Berücksichtigung der technischen Systemgrenzen, der Datenvalidität sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen und ist Bestandteil der VDI-MT 5900 Blatt 3.
Technische Fahrzeuguntersuchung mit Unfallbezug
Im Rahmen der Unfallanalyse untersuche ich Fahrzeuge auf unfallursächliche oder unfallrelevante technische Mängel, u. a.:
- Bremsanlage
- Lenkung
- Fahrwerk
- Reifen und Räder
- Beleuchtungs- und Sicherheitseinrichtungen
- Antriebs- und Steuerungskomponenten
Geprüft wird dabei stets:
- ob ein Mangel vor dem Unfall vorhanden war
- ob dieser erkennbar war
- ob ein kausaler Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen besteht
Kraftfahrzeugschäden und Fahrzeugbewertung
Ich erstelle Gutachten im Sachgebiet „Kraftfahrzeugschäden und -bewertung“. Dieses umfasst die Feststellung, Beschreibung und Analyse von Schäden an Kraftfahrzeugen (einschließlich ihrer Bestandteile, Um-, Ein- und Anbauten) sowie die wirtschaftliche Bewertung unter Bestimmung möglicher Reparaturen und Reparaturkosten.
Die Tätigkeit entspricht den fachlichen Anforderungen des Sachgebiets „Kraftfahrzeugschäden und -bewertung“ gemäß den von den Bestellungsbehörden zugrunde gelegten fachlichen Bestellungsvoraussetzungen sowie den in der VDI-Richtlinienreihe VDI-MT 5900 (insbesondere Blatt 2 – Schäden und Bewertung) beschriebenen Kompetenz-, Qualifikations- und Qualitätsanforderungen.
Leistungsinhalte
- Schadengutachten nach Verkehrsunfällen
- technische Gutachten (z. B. Motor-, Getriebe-, Fahrwerks- und Elektronikschäden)
- Bewertung von Reparaturwegen, Instandsetzungsmöglichkeiten und Reparaturkosten
- Restwert- und Wiederbeschaffungswertermittlung
- Plausibilitäts- und Kompatibilitätsprüfungen (z. B. Vorschäden, Schadenhergang, Manipulationshinweise)
- Rechnungsprüfung und Nachkalkulation (fallbezogen)
Methodik
- Schadenaufnahme und Befunddokumentation (Fahrzeug, Bauteile, Anbauteile, Sonderausstattung)
- Technische Analyse von Schadensursachen (Unfall, Betrieb, Verschleiß, Bruch, Montage-/Materialfehler)
- Reparaturwegprüfung unter Berücksichtigung anerkannter Instandsetzungsverfahren
- Bewertung nach anerkannten Grundbegriffen und marktbezogenen Kriterien (z. B. Wiederbeschaffungswert, Restwert, Wertminderung)
- Nachvollziehbare Darstellung von Annahmen, Grundlagen, Rechenwegen und Ergebnissen
VDI-geprüfter Sachverständiger nach VDI-MT 5900 Blatt 2
Zusätzlich bin ich VDI-geprüfter Sachverständiger nach VDI-MT 5900 Blatt 2 (Fahrzeugschäden und -bewertung). Die Registrierung im öffentlichen VDI-Register erfolgt unter der Registernummer 5900-02-0158 (Urkunde vom 27.11.2025).
- Qualitäts- und Kompetenzanforderungen gemäß VDI-MT 5900 Blatt 2
- Nachvollziehbare, überprüfbare Gutachtenerstellung – insbesondere für Gerichte, Anwälte und Versicherer
- Berücksichtigung technischer, methodischer sowie juristischer/versicherungsrechtlicher Rahmenbedingungen
Hinweis zur Schnittstelle Unfallanalyse
Fahrzeugbewertung und Unfallanalyse werden fachlich sauber getrennt, jedoch dort verzahnt, wo dies technisch erforderlich ist (z. B. Kompatibilitätsprüfungen, Kollisionsanalysen, Plausibilitäts- und Manipulationsprüfungen).
Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen
Ich befasse mich mit der technischen Beurteilung, Analyse und Bewertung der Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen nach den anerkannten Regeln der Technik.
Maßgebliche Grundlage bildet die VDI-Richtlinie 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“, die als anerkannte Regel der Technik insbesondere bei der Beurteilung von Verantwortlichkeiten, Pflichtverletzungen und Unfallursachen herangezogen wird.
Leistungsinhalte
- Beurteilung der Ladungssicherung im Hinblick auf Verkehrs- und Betriebssicherheit
- Analyse von Ladungsverschiebungen, -verlusten oder -kippvorgängen
- Untersuchung der Einhaltung technischer Sicherungsmaßnahmen (Formschluss, Kraftschluss, Kombination)
- Bewertung von Zurrmitteln, Zurrpunkten, Ladeflächen und Hilfsmitteln
- Rechnerische und technische Plausibilitätsprüfungen von Sicherungskonzepten
- Unfallanalytische Bewertung von Ladungssicherungsmängeln mit Kausalitätsprüfung
Normative und rechtliche Einordnung
Die Beurteilung erfolgt unter Berücksichtigung der VDI-Richtlinienreihe 2700 sowie der einschlägigen straßenverkehrsrechtlichen und zivilrechtlichen Rahmenbedingungen (u. a. StVO, StVZO, HGB).
Die VDI 2700 dient dabei als technische Konkretisierung der gesetzlichen Anforderungen und wird regelmäßig als maßgebliche Referenz zur Beurteilung ordnungsgemäßer Ladungssicherung herangezogen.
VDI-anerkannter Ausbilder für Ladungssicherung
Zusätzlich bin ich vom VDI anerkannter Ausbilder für Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen nach VDI 2700 Blatt 1.
Dies bestätigt die fachliche Qualifikation zur Vermittlung der technischen, physikalischen und rechtlichen Grundlagen der Ladungssicherung sowie deren praxisgerechte Anwendung gemäß den anerkannten Regeln der Technik.
Schnittstelle zur Unfallanalyse
Fragestellungen der Ladungssicherung werden insbesondere dort berücksichtigt, wo sie unfallursächlich oder unfallrelevant sind, etwa bei:
- Brems- und Ausweichmanövern
- Ladungsverlusten im Verkehrsraum
- Kipp- und Schleuderunfällen
- Unfällen mit Nutzfahrzeugen und Transportern
